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Das Naturschutzgebiet Mönchbruch ist mit 937 Hektar das zweitgrößte Naturschutzgebiet in Hessen. Das Gebiet reicht vom westlichen Mörfelden Walldorf fast bis zum Autobahnkreuz Rüsselsheim Ost und wird von der Bundesstraße 486 durchquert. Der interessanteste Teil mit den Mönchbruchwiesen und dem Mönchbruchweiher befindet sich im Bereich des alten Jagdschloss und dem Hotelbetrieb der Mönchbruchmühle, direkt an der B 486. Hier gibt es auch ein Restaurant und einen Biergarten und man kann dort relativ gut parken. Errichtet wurde das Jagdschloss von Landgraf Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (1667 - 1739). Der hatte natürlich ganz andere Interessen. Zu dieser Zeit wurden hier zu Jagdzwecken Unmengen an Damwild angesiedelt, die auch heute noch das Wild im Gebiet dominieren. Eigentlich sieht man immer Damwild und Rehe auf den Mönchbruchwiesen. An guten Tagen im Herbst kann man schon mal so bis zu 50 Damhirsche und mehr, direkt von der B3 her beobachten. Ich kann mich noch erinnern, vor ca. 35 Jahren pendelte ich oft zwischen Langen und Rüsselsheim. Damals gab es noch keine Wildschutzzäune und es war häufig sehr gefährlich diese Strecke zu fahren. An einem eiskalten Novembertag, es muss 1979 gewesen sein, fuhr ich nachts um 2 Uhr durch Mörfelden Richtung Rüsselsheim. Plötzlich stand mitten auf der vereisten Fahrbahn, etwa 400 m vor der Mönchbruchmühle, ein kapitaler Damhirsch, der sich keinen Meter vorwärts bewegte. Etwa 10 m vor ihm hielt ich an und wir blickten uns beide nur regungslos an. Sein Atem dampfte und dann ging er ganz gemächlich weiter, zur anderen Straßenseite. Heute ist das ganze Gebiet mit Wildschutzzäunen und selbstschließenden Toren sehr gut gesichert. Trotzdem vergisst man solche Begegnungen nie mehr im Leben. Schon als Kind war ich sehr viel im Gebiet der Mönchbruchmühle unterwegs. Es gab hier unglaubliche Mengen an Zauneidechsen, Ringelnattern, Molche, Frösche und seltene Vögel. Im Waldbereich, am Totholz der alten Eichen, konnte man im Mai die seltenen Hirschkäfer beobachten und es gab noch Insekten ohne Ende! Irgendwann war dies alles mal vorbei und man kann heute froh sein, das man dieses Gebiet vollständig unter Schutz gestellt hat. Allerdings ist es mit Sicherheit heute auch das lauteste Naturschutzgebiet, da die Startbahn West des Rhein Main Flughafen buchstäblich rein reicht. Bei derzeit durchschnittlich 1.400 Starts und Landungen pro Tag, kann man sich gut vorstellen wie es hier zeitweise zugeht. Dann ist es aus mit der Erholung und der Ruhe in der Natur! Manches Mal frage ich mich wie das die Tiere aushalten, von uns mal ganz abgesehen. Trotzdem kann man immer mal recht schöne und interessante Naturbeobachtungen machen. Wer mehr über dieses Gebiet erfahren möchte, kann dies hier tun >>> Naturschutzgebiet Mönchbruch Wiki <<<. Ich nutze diese Tour immer um dann auch weiter, über Rüsselsheim, zum Main zu fahren. In Eddersheim, das gegenüber von Kelsterbach liegt, fahre ich recht gerne zur Mainschleuse. Durch die bessere Wasserqualität der letzten Jahre, findet man wieder recht häufig interessante Wasservögel hier am Main. Direkt vor und hinter dem Wehr tummeln sich viele Entenarten, Lachmöwen, Graureiher, Kormoran und wenn man Glück hat, auch die seltenen Gänsesäger, die man jetzt schon wieder häufiger am Main beobachten kann. Von hier aus fahre ich dann meistens zurück nach Flörsheim und weiter Richtung Hochheim. Auf halben Weg geht es rechts ab Richtung Wiesenmühle. Entlang dieser Straße gibt es alte Streuobstwiesen mit viel Totholz. Häufig kann man hier den Steinkauz beobachten und andere seltene Singvögel. Nach Hochheim selbst komme ich fast ausschließlich zum beobachten der Waldohreulen, die hier schon mehrfach mitten im Ort, auf einer alten Weide sitzen. Man vermutet das diese Vögel im Winter aus dem kalten Taunus hier in das milde Weinanbaugebiet fliegen. Die Zukunft wird zeigen, wie sich alles weiter entwickelt.