Meine Region - Im Zwerggewann - Patershäuser Wiesen und Wälder - Dietzenbach und Umgebung

 

Alle Fotos 2016 - 2017

 

 

Macht man sich den Spaß und sucht die Adresse "Im Zwerggewann Heusenstamm" bei Google, stößt man eigentlich nur auf ein Industriegebiet, ein neues Baugebiet und auf massenweise Bebauungspläne. Von Natur erst mal keine Spur! Dabei grenzt dieses Gebiet direkt an die Patershäuser Wiesen und Wälder, die von Heusenstamm bis nach Dietzenbach reichen und doch noch recht viel an Natur zu bieten haben. Allerdings wird diese von Heusenstamm aus, immer mehr von Beton verdrängt. So gibt es zwischen den Getreidefeldern "Im Zwerggewann" ein Scheunengelände, das 2016/2017 mit seiner so genannten "Unordnung!" und den darauf gelagerten Gegenständen, vielen heimischen Tieren ein zu Hause bot. Umgeben war diese Scheune teilweise von Erdhügeln die mit Büschen und Bäumen bewachsen waren und bildete einen natürlichen Wall zu den dreiseitig angrenzenden Getreidefeldern. Auf diesem Grundstück, das in Privatbesitz ist, hatte ich damals im Frühjahr 2016 mit die schönsten Naturbeobachtungen machen können, die man hier eigentlich nicht für möglich hält. So zog eine Rotfuchs Mutter hier im Mai gerade ihre fünf Welpen groß, ein Reh erschien regelmäßig auf dem Grundstück, auch Wildkaninchen, Jagdfasan und viele seltene Singvögel konnte ich beobachten. Das Reh hatte, wie sich später herausstellte, Drillinge geboren, die sie direkt im angrenzenden Getreidefeld ablegt hatte. Ich wunderte mich schon das sie so abgemagert und faltig aussah, kein Wunder nach der Geburt von Drillingen. Zur Vogelwelt gehörten damals Bachstelze, Hausrotschwanz, Grünfink, Steinschmätzer, Amsel, Bluthänfling, Grünspecht und andere Arten. Im gegenüber liegenden Magerrasen Habitat hingegen, das schon zu den Patershäuser Wiesen und Wäldern gehört, war dagegen vergleichsweise wenig los. Allerdings änderte sich das umso näher man zum Bieberbach kam. Hier im Schilfgürtel am Holzbrückchen und in den Büschen und Bäumen gab es auch recht viele Raritäten zu beobachten. So zum Beispiel drei Silberreiher an einem kalten Tag im Januar, die immer seltener werdenden Saatkrähen im Herbst und im Frühjahr Schwarzkehlchen, Neuntöter und andere seltene Vogelarten. Die Bieber durchkreuzt das ganze Patershäuser Gebiet und schließt das Naturschutzgebiet "Nachtweide" Richtung Dietzenbach mit ein. Auch Zauneidechsen waren hier gelegentlich zu sehen. Ich möchte damit nur klar machen, das eine gewisse Unordnung gar nicht schlecht ist für unsere Natur, wenn die Tiere dabei nur ihre Ruhe haben. Der Eigentümer des Scheunengelände wurde von der Stadt Heusenstamm 2017 aufgefordert sein Grundstück aufzuräumen und in Ordnung zu bringen, obwohl eigentlich niemand wirklich direkt hinein sehen konnte, zumindest noch nicht! Die große Aufräumaktion erfolgte dann im gleichen Jahr und heute ist es, wie es zu erwarten war, vorbei mit Naturbeobachtungen auf dem Scheunengelände und den seltenen Tieren! Allerdings hat im gleichen Zeitraum auch die Artenvielfalt der viel gepriesenen und eigentlich geschützten Magergraswiesen der Patershäuser Seite, besonders bei Insekten und Vögeln, ebenfalls erheblich abgenommen. Allerdings ähnlich sieht es im gesamten Umland, auch um meine Wohnstadt Dietzenbach aus. Die Zunahme an Bebauung, Verkehr am Boden und in der Luft, haben hier eindeutig ihre Spuren hinterlassen und überall werden weiterhin die gleichen Fehler gemacht. Auch ein sehr großes Problem ist die Zunahme an Intensivlandwirtschaft, der Klimawandel und der Hitzesommer 2018. Noch kurz zum Dietzenbacher Atriumpark, der vor vielen Jahren vom Chef der Firma Controlware in Dietzenbach auf dem eigenen Grundstück in Waldnähe angelegt wurde, damit sich die Mitarbeiter seiner Firma darin erholen und entspannen können und der auch sonst jederzeit besucht werden kann. Ein sehr schönes Konzept von einem großen Naturfreund. Ein wunderschöner alt eingewachsener Garten mit Teichen und Kanälen und allem was frei lebende Tiere so brauchen. Auch hier kann man immer mal wieder sehr schöne Beobachtungen machen. Insgesamt haben wir hier in meinem direkten Umfeld immer noch relativ viel Wald und Wiesen, man muss nur im Auge behalten wie sich das in Zukunft weiter entwickelt.