Schlosspark in Wiesbaden - Biebrich

 

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Der Schlosspark in Wiesbaden-Biebrich ist eine alte Parkanlage mit langer Geschichte. Der Park beginnt direkt hinter dem am Rhein liegenden Biebricher Schloss. Er verläuft in nördlicher Richtung und ist etwa 300 m breit und 1200 m lang. Durch den Park läuft der Mosbach, den man an etlichen Stellen über kleine Brückchen überquert und auch an ihm entlang laufen kann. Geschichtlich wurde dieser Park zunächst als Französischer Garten angelegt, eine Orangerie folgte und dazu wurde das Areal hinter dem Schloss aufgefüllt, da das Gelände nach Norden hin etwas abfällt. Erst im Jahre 1720 wurde dann ein Wegemuster erstellt und der eigentliche Park etwas erweitert. Zwischen 1817 und 1823 wurde der Schlosspark als englischer Landschaftspark nach Norden hin, etwa auf die heutige Größe, gestaltet und erweitert. Zwei große Alleen führen vom Biebricher Schloss bis zum Weiher, wo man auf den Grundmauern eines mittelalterlichen Schlösschen eine künstliche Ruine, mitten im See erbaute. In den 1960er Jahren gab es dann erneut Erweiterungen des heutigen Schlossparks. Es ist wirklich ein toller Landschaftspark, sehr beindruckend mit den alten Platanen und Kastanienbäumen, der auch wirklich zum längeren Verweilen einlädt. An Bänken für die Besucher mangelt es auch nicht, was leider heute in vielen anderen Parks ein Problem ist. Zudem ist der Schlosspark reichlich bestückt mit Büschen, Naturwiesen und kleinen Pfaden, um Natur möglichst hautnah zu erleben. Man findet hier einen sehr schönen Bestand an heimischen Tier- und Pflanzenarten. Auch Greifvögel wie Rot- und Schwarzmilan und Mäusebussard kann man hier regelmäßig beobachten. Natürlich auch die invasiven Tierarten, wie überall. Aufmerksam auf den Park wurde ich durch eine Besonderheit. Seit den 1990er Jahren haben sich hier mehrere Papageienarten angesiedelt. Besonders die Halsband- und Alexandersittiche fühlten sich offensichtlich so wohl, dass sie sich hier fest etabliert haben. Das milde Rhein-Klima sichert, mit relativ milden Wintern, auch ihr dauerhaftes Überleben. Auch heute noch leben hier größere Mengen dieser Vögel und brüten überwiegend hoch oben in den Nischen und Bruthöhlen der Platanen und Kastanien. Schon beim betreten des Parks vom Rheinufer aus kann man sie hören und auch gelegentlich fliegen sehen. Allerdings sollte man, wenn man die Vögel beobachten möchte, die Monate März und April wählen, bevor sich die Blätter der Bäume wieder vollständig entwickeln. Danach bleibt es in der Regel beim hören, da man sie durch ihre gelbgrüne Grundfarbe kaum noch im frischen Laub ausmachen kann. Von hier aus haben sich die Halsbandsittiche in den letzten Jahren weiter ausgebreitet und andere Parks und Gärten der Umgebung erobert. Ihre derzeitige Zahl hier rund um Wiesbaden wird derzeit mit etwa 1.300 Individuen beziffert, in der ganzen Republik dürften es schon weit über 6.000 Exemplare sein. Der Weiher im Park bietet, je nach Jahreszeit, ein buntes Programm an Wasservögeln. Wenn man Glück hat, kann man sie sogar bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten. Bei schönem Wetter ein lohnendes Ziel für alle Naturfreunde!

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